Wie vielen anderen Marineoffizieren auch, hat mir die Ausbildung auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" unvergessliche Eindrücke beschert. Das unbequeme Leben an Bord, in enger Gemeinschaft, mit Kameraden, die man sich nicht aussuchen konnte, hat uns sicher geprägt. Ohne Respekt vor der Persönlichkeit des Anderen, seinen persönlichen Eigenarten und Fähigkeiten, aber auch Beachtung seiner Schwächen, wäre nicht nur das hautnahe Miteinander unerträglich geworden. Es wäre uns auch nicht gelungen, in der notwendigen Teamleistung dieses Schiff unter der Anleitung der bisweilen etwas barock auftretenden Vorgesetzten wie den bisweilen widrigen Bedingungen auf See erfolgreich zu segeln.
Wir sind ja, gottlob, von der Natur so  eingerichtet, dass wir Beschwerliches schnell vergessen, Freudvolles länger aus unserem Gedächtnis abgerufen werden kann.
So werden mir immer die Momente in Erinnerung bleiben, die man insbesondere an stillen Tagen während der Morgenwache bei der  Arbeit hoch oben in der Takelage erleben konnte. Hatte ich mich an Deck ersteinmal abgemeldet und war aufgeentert, trug  ich nur für mich selbst Verantwortund. War die Arbeit getan, ergab sich dann ausreichend Gelegenheiten, sich auf der obersten Rah, der Royal, sitzend einzurichten und im Windschutz des aufgeknöpften "Blaumanns", unserem einem Strampelanzug ähnlichen Arbeitsanzug, eine Zigarette zu rauchen. Hier, in fast 40m Höhe wirkte das Schiff   unter mir so schmal und mit seinem morgendlichen Treiben so fern, dass der Kopf frei wurde, um die Gedanken aus dem Topp über die makellos glatte See zu einem endlos scheinenden Horizont schweifen lassen zu können - mit einem Abstand, bei dem sonst Großes klein und Wichtiges weniger wichtig wurde.

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